Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe und Fachdienste der Jugendämter, 006 Kinderschutz

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte

6360/21Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte sind in der Regel von unterschiedlichsten Diskriminierungen (Rassismus, Sexismus etc.) betroffen. Häufig fehlen ihnen erwachsene Ansprechpersonen, die offen für ihre Lebenswelt sind. Teilweise fehlt die Aufklärung über Sexualität, was einer der wichtigsten Bestandteile von Prävention ist. Das Sprechen über Sexualität kann einen Beitrag zum Schutz vor sexualisierter Gewalt leisten. Dies ist in vielen Familien nicht selbstverständlich. Junge Menschen mit Migrationshintergrund sind aufgrund verschiedenster Abhängigkeiten (z. B. eingeschränkte Kenntnisse des deutschen Hilfesystems, Sprachbarrieren, oftmals fehlende Bezugs- und Vertrauenspersonen und Abhängigkeiten von Behörden sowie oftmals gefährdende Strukturen in Gemeinschaftsunterkünften), besonders gefährdet, von sexualisierter Gewalt betroffen zu werden. Die sexualisierte Gewalt kann sowohl von Personen im engeren Umfeld (Familie, Peergroup etc.) sowie von Menschen, auf deren Hilfe sie in ihrer Lebenswelt angewiesen sind, ausgehen. Diese Fortbildung richtet sich an alle Fachkräfte, die vor allem mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte arbeiten. Wir möchten uns an den beiden Tagen unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie können Sie als Fachkräfte, die die Kinder und Jugendlichen im Alltag begleiten, Möglichkeiten schaffen, dass diese sich Ihnen anvertrauen? Wie kann mich Kultursensibilität in meiner fachlichen Praxis mit sexueller Gewalt unterstützen? Wie kann eine handlungssichere Intervention bei Vorfällen und/ oder Verdacht auf sexualisierte Gewalt aussehen? Neben der Vermittlung von Basiswissen zu sexualisierter Gewalt (Definition, Zahlen, Dynamiken etc.) ist ein Ziel der Fortbildung, dass Sie für die Strategien der Täter/innen sensibilisiert werden. Vor allem werden wir gemeinsam Präventions- und Interventionsmaßnahmen erarbeiten. Dafür möchten wir Ihnen Handwerkszeug für Ihre Praxis mitgeben und werden dazu auch einen Exkurs in die Traumapädagogik machen. Zudem werden wir genügend Raum für Austausch, Fragen und Erfahrungen aus der Praxis geben.
Info
Termine24.11.2021 und 25.11.2021
ZielgruppeFachkräfte der Kinder-und Jugendhilfe aus Berlin und Brandenburg und Fachkräfte aus Gemeinschaftsunterkünften und Einrichtungen, die mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen arbeiten
Teilnahmezahlmaximal 12
Dozent/inMaral Ilka Jazdi Motlagh, Verena Barth
VerantwortlichJoy Sobiech
OrtINA.KINDER.GARTEN gGmbH, Wilhelm-Kabus-Str. 42-44/Haus 6.1, Treppenhaus A, 10829 Berlin
Anmeldeschluss 13.10.2021